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Geburt und Wochenbett

02.03.2008

Was für ein Tag!
Ergebnis: Wir haben es geschafft! Wir sind Eltern!

Der gestrige Abend endete damit, dass jeder von uns seine Flasche Wein niedergekniet hatte. René weiß, Mama rot. Und Papa dann auch noch seinen so genannten „ehelichen Pflichten“ nachgekommen.

4:45 Uhr bin ich dann urplötzlich aus dem Schlaf gerissen worden, denn eine riesige Menge Flüssigkeit kam schlagartig aus meinem Körper geschossen. Kam mir zumindest so vor, sah aber auch in der Wohnung danach aus. Bett, Fußboden… alles voller Pfützen. Der Hammer! Hatte das Gefühl, dass es gar nicht wieder aufhören wollte, während ich da so auf dem WC sitzend förmlich „auslief“. Ob das Fruchtwasser war? Was sollte es denn sonst sein?! Habe dann gleich im Diako angerufen und die meinten dort, ich solle mich in Ruhe fertig machen und in der nächsten Stunde im Krankenhaus einfinden. Also gut.
Nächste Aktion war dann, meine Schweinerei aufzuräumen, was gar nicht so einfach war, denn der „Wasserfall“ wollte einfach nicht versiegen. Habe dann einfach „Pampers“ missbraucht, und auf Saugfähigkeit getestet. Was soll ich sagen: Test bestanden.
Nun hieß es, Papa wecken! Nach einem vorwurfswollen „Was? Es ist 05:10 Uhr?!“ und einem erneuten „Drängen“ meinerseits, ich könne ja auch alleine reinfahren, weil sich einfach nichts bewegte, machte sich der werdende Papa dann doch endlich aus dem Bett und vollzog sein übliches morgentliches Prozedere ohne sich dabei stören zu lassen. *stöhn*

Dann ging es auch bald endlich ab ins Krankenhaus.
06:30 Uhr dort angekommen, wurde ich erst einmal ans CTG geklemmt. Ergebnis: Baby geht’s gut, Wehen keine. Hm… das kam mir aber anders vor. Es gab noch eine Untersuchung des Muttermundes. Der war ca. 2cm geöffnet und es sah alles nach einem so genannten oberen Blasensprung aus. Es ging also los!
Nun sollten wir noch ein bissl herumlaufen. Ging aber nicht mehr so gut. Hatte da Gefühl, eine Art Wehen machten sich so langsam breit. Durften uns dann noch einen Kreißsaal aussuchen, in den wir dann einziehen konnten.
Und dann begann es, das große Leiden. So nach und nach sammelten sich die Wehen, die Abstände wurden kürzer. 1. Phase der Geburt  die Eröffnungsphase. Es war so glaub ich was um 08:00 Uhr rum. Schmerzen, nicht zu beschreiben. Die Technik spielte nicht so richtig mit. Das CTG schrieb nicht so richtig mit, wie es sollte. War aber wichtig, um Baby zu überwachen. Immer wieder stieg das blöde Teil aus. Mama hat sich dann, feige wie sie nun mal ist, eine PDA setzen lassen. René hatten sie dann kurzer Hand aus dem Zimmer verwiesen, ansonsten war er die ganze Zeit an meiner Seite. Wie gut das doch tat! Der Muttermund öffnete sich ziemlich schnell. Nach knapp zwei Stunden war er komplett geöffnet. Allerdings wollte das CTG noch immer nicht so richtig. Aus diesem Grund wurde nun eine kleine Elektrode an das kleine Köpfchen unserer Maus gehakt. Aber auch dieses System hatte einige Anlaufschwierigkeiten. Die Schmerzen waren durch die PDA nun erheblich gedämpft. Der immer stärker werdende Druck meldete zusammen mit den Wehen den Beginn der Phase 2 ein. Die Austreibungsphase. René war die ganze Zeit bei mir und es war ein unbeschreiblich beruhigendes Gefühl, ihn an meiner Seite zu wissen, denn die Hebamme war ja auch nicht rund um die Uhr verfügbar.
Phase 2 gestaltete sich aber ziemlich schnell als schwierig, denn das kleine Köpfchen unserer Maus hing nicht richtig im Becken und dadurch rutschte sie nicht wie gewünscht in Richtung Ausgang sondern hing fest. Nach einigen Fehlversuchen meinerseits, sie da irgendwie mit Pressen herauszubekommen, standen plötzlich zwei Ärztinnen im Zimmer.

Diagnose: Baby klemmt fest und bei Mama schwinden so langsam die Kräfte. Unterstützung in Form von „VE“ = Vakuumsauger war nun notwendig geworden. Irgendwie, keine Ahnung, hing dann auf einmal eine Ärztin direkt auf mir bzw. meinem Bauch, die andere „werkelte“ irgendwie „untern“ herum und setzte diese Saugglocke an und eine Hebamme war auch noch da. Keine Ahnung, was für eine Aufgabe sie hatte… René stand die ganze Zeit über an meiner Seite und hielt meine Hand. Keine Ahnung, wie die Szenerie auf ihn gewirkt hat. Zum Glück gab es vorher noch eine Extradosis PDA. Nun wartete man auf die nächste Presswehe und mit vereinten Kräften wurde nun von außen gezogen, von oben fest, sehr fest, auf meinen Bauch gedrückt und von innen heraus gepresst. Das war mein Part bei dem Schauspiel. Irgendwie half dieser gemeinsame Kraftakt, unser Würmchen in eine vorteilhaftere Lage zu bringen. Wie ich im Nachhinein erfuhr, gab es jetzt einen kleinen Dammschnitt und bei der nächsten Presswehe gab es den nun heiß ersehnten Ruck und genau 13:10 Uhr erblickte unsere kleine Amalie das Licht der Welt. Geschafft! Sie wurde mir gleich auf den Bauch gelegt und sagte auch gleich lautstark „Hallo“ zu uns. Papa René wollte die Nabelschnur nicht trennen, weil er Angst hatte, etwas kaputt zu machen. Wie süß! :-) Fertig.

Dachten wir zumindest.
Der Mutterkuchen wollte sich nicht von selbst lösen. Trotz Medizin und Akupunkturnadeln blieb er, wo er war. Tja, weder Kind noch Kuchen wollte ich anscheinend freiwillig hergeben.
Maus wurde gewogen und plötzlich fand René die Kleine in seinen Armen und ich wurde in einen benachbarten kleinen OP gebracht. Plötzlich fand ich mich umringt von lauter steril gekleideten Menschen mit Mundschutz. Da waren die zwei Frauenärztinnen wieder, die Hebamme und nun auch noch zwei Anestäsisten. Ich bekam irgendwie noch eine Dosis Narkosemittel und auch noch Beruhigungsmittel, spürte gerade noch die ersten Versuche, den Mutterkuchen nun per Hand auszuschaben und entschwand dann kurz ins Reich der süßen Träume. Als ich wieder zu mir kam, war alles vorbei. Mutterkuchen war nun draußen und der Damm war genäht.
So kurz nach 15:00 Uhr war dann endlich wirklich alles überstanden.

Nachdem uns die Hebamme dann noch ordentlich wegen unserer Vornamenswahl verunsichert hatte, (Amalie wird gesprochen wie Amelie), blieben wir am Ende bei unserer Wahl. Oma Gisela und mein Brüderchen mit Freundin warteten schon gespannt seit einer Stunde und wurden nun endlich zu uns gelassen. Papa René musste erst mal eine rauchen gehen. Mama und Kind waren fix und fertig, aber alle waren einfach nur glücklich.
Papa ist dann gegen fünf nach Hause und halb acht, als ich zu Hause noch einmal angerufen hatte, lag er schon in süßen Träumen.
Wir haben uns dann um acht schlafen gelegt. Die kleine Maus habe ich dann heute Nacht in die Obhut der Schwestern gegeben.
Gute Nacht liebe kleine süße Amalie. Schön, dass du endlich da bist!

Ein Erlebnis, für das es eigentlich keine Worte gibt.
Ein Ergebnis, für das Worte noch nicht erfunden worden.


04.03.2008

Konnte die erste Nacht nicht so richtig schlafen. Die Betäubung ließ langsam nach und Schmerzen machten sich dann doch bemerkbar. Musste auch ständig auf Toilette. Naja. Entsprechend sah ich heute Morgen auch aus.
Papa kam uns dann am frühen Nachmittag besuchen und brachte schöne Blümchen mit. Erste Stillversuche klappten auch schon ganz gut. Alles noch etwas unbeholfen und unsicher, aber Übung macht den Meister.

Die U1 wurde heute gemacht. Alles in Ordnung bei unserer kleinen Schnecke. Alles drin, alles dran und eine Riesenbeule am Kopf. Geburtsspuren, 8x8 cm groß. Es kann 6-8 Monate dauern, bis die wieder weg ist. Sieht ganz schön deformiert aus, das kleine Köpfchen. Aber bis zur Hochzeit…. Haben wir zumindest schon mal einen Spitznamen. Wie wäre es mit „Beule“? :-)

Gestern Nachmittag waren dann auch Oma und Brüderchen wieder zu Besuch. Weil Amalie die ganze Zeit gepennt hatte, musste ich sie dann unbedingt mal wickeln. Hab mich natürlich versucht, und auch hier gilt: Übung macht den Meister. Ab da hat Mäuschen dann schön herumgeningelt, bis abends. War hundemüde die Kleine, wollte aber nicht einschlafen und war am Ende sicher völlig übermüdet.
Hab sie dann gestern Abend wieder abgegeben. Mama nutzt die Chance hier noch, nachts vielleicht doch noch ein bissl Schlaf finden zu können. Heute Morgen, als ich vom Duschen kam, wartete schon unser kleines Mäuschen auf mich. Hab mich gleich ans Windeln gemacht und danach ans Stillen gemacht. Haben wir ganz gut hinbekommen, denk ich mal. Dann hat Amalie schön von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr geschlafen.
So geht das jetzt immer. Füttern aller 4 Stunden, windeln und dann schlafen. Wie es nachts abgeht, wenn Muttermilch vorhanden ist, werden wir sehen. Werde mal noch zwei Tage hier im Krankenhaus bleiben. Schließlich wird man hier verwöhnt und jeden Nachmittag gefragt, was man am nächsten Tag gern zum Frühstück, zum Mittag und abends essen möchte. Mal sehen, ob es diesen Service zu Hause dann auch geben wird.
Mama geht es auch besser und ich erfreue mich am Anblick des kleinen Wunders hier neben mir.

06.03.2008

Sind noch immer im Diako. Unsere kleine Madam nimmt nicht zu, wie sie soll. Hat schon zu viel Gewicht verloren. Stillen scheint ihr zu anstrengend, denn da schläft sie immer nach sehr kurzer Zeit ein. Ich muss sie die ganze Zeit bei Laune und irgendwie wach halten. Das ist ehrlich richtig anstrengend. Wenn man dann denkt, so – fertig, geht es anschließend im Bettchen heiß her und von schlafen kann keine Rede sein. Hat anscheinend noch Hunger, die kleine Maus. Nun wird im Moment künstliche Milch zugefüttert. Müssen wir mal sehen, ob sich Mamas Milchbar bald einfacher knacken lässt oder ob wir weiterhin zufüttern müssen. Im Moment schläft sie. Hat mich heute morgen von 5:00 Uhr bis 7:00 Uhr gebraucht, sie zum Schlafen zu bringen.

Gestern hatte Mama den Babyblues. Hat rund um die Uhr geheult, teils ohne Grund und teils auch, weil Madam nicht so wollte und will, und viel geweint hat. Heute scheint es aber wieder zu gehen.
Probleme mit dem Haus, ehemaligem Bauingenieur und der Rechtsanwältin bereiten mir zusätzlich große Sorgen.

07.03.2008

Mein Resumé zum Wochenbett im Diako:

Die ärztliche Betreuung vor und auch während der Geburt ließ keine Wünsche offen.
Das Wochenbett dagegen war abschließend nicht ganz so klasse. Ich habe die so genannten Heultage und bin sehr verunsichert, weil die Kleine nicht richtig zu trinken scheint. Wenn sie dann hungrig ins Bettchen gelegt wird, ist das Geschrei groß und ich bin völlig überfordert. Sogar eine der Schwestern aus dem Krankenhaus hat heute Nacht Nerven gezeigt und mich ziemlich runter geputzt. Merken die denn nicht, dass ich ein bissl fertig bin? Kann man da nicht ein bissl feinfühliger auf einen eingehen? Die machen den ganzen Tag nichts anderes, klar, dass für die alles Routine ist. Aber für mich doch nicht?! Und wenn die Kleine nicht richtig satt wird, mach ich mir nun mal Gedanken. Das ist doch nichts falsches, oder?

Heute ging es dann nun auch endlich nach Hause. René hatte uns mittags abgeholt. Auf der einen Seite war ich froh, endlich wieder nach Hause zu kommen. René hat sich auch sehr auf seine beiden Mädels gefreut. Wir haben ihm wohl schon gefehlt. Schön zu hören.
Auf der anderen Seite habe ich totalen Bammel, alles hinzubekommen. Wenn die Kleine so schreit, weiß ich noch immer nicht, was ich machen soll. Am liebsten würde ich jetzt gern jemanden beim „Groß ziehen“ unserer Kleinen zuschauen, als es selber zu machen. So richtige Mutterfreuden fehlen im Moment noch. Oh je. Das klingt richtig traurig, nicht? Ich kann es aber leider nur so schreiben, weil es so ist. Habe aber gelesen, dass so was gar nicht so unnormal ist, und sich dieser Zustand in den meisten Fällen nach ein paar Tagen von alleine in Luft auflöst. Na das hoff ich mal.